Erste Gemeindeversammlung im Jahr 2010

 

Am 14. Februar fand die erste Gemeindeversammlung des neuen Jahres statt. Bedingt durch das winterliche Wetter waren an diesem Sonntagmorgen viele der sonst anwesenden älteren Gemeindeglieder leider nicht gekommen, so dass Ferdinand Scheu im Anschluss an den Gottesdienst lediglich 35 Teilnehmer begrüßen konnte.

Neben den Finanzen stand auch in diesem Jahr der Bericht von Pfarrer Dittmer, mit dem er das letzte Jahr noch einmal Revue passieren ließ und zugleich einen Ausblick auf das neue Jahr wagte, wieder im Vordergrund.

 

Gemeindebericht des Pfarrers

„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“. Mit diesen

biblischen Worten rief Pfarrer Dittmer allen Anwesenden noch einmal in Erinnerung, dass auch das Jahr 2009 ganz im Zeichen dieser Losung stand. Gott der Allmächtige kennt auch dann noch Mittel und Wege, wenn wir Menschen mit unserer Weisheit und Kraft schon längst am Ende sind. Diese Erkenntnis soll uns immer wieder Mut machen und Hoffnung schenken.

Wie Pfarrer Dittmer weiter ausführte, ist es uns auch im vergangenen Jahr wieder gelungen, mit diesem Gottvertrauen gemeinsam vieles zu erreichen, auf das wir einmal mit großer Dankbarkeit zurückschauen sollten. Hierzu zählte er:

• die vielen sonntäglichen Gottesdienste, Advents- und Passionsandachten sowie Gottesdienste zu

   Kinderveranstaltungen und in dem Seniorenheim Runkel,

• die umfangreiche Unterrichtung unserer Kinder, Vorkonfirmanden und Konfirmanden,

• den aktiven Jugendkreis,

• eine ausgeglichene Gemeindestatistik, die trotz der vielen Sterbefälle und der Überweisung einer

   ganzen Familie keine Verringerung der Gemeindegröße ausweist,

• die Sicherung unserer Finanzen,

• die Kirchenmusik, Kinderarbeit, Lektoren- und Kindergottesdienstarbeit und

• vor allem die vielen Beter und Spender, die zum Erhalt unserer Kirche immer wieder nachhaltig

   beitragen.

 

Allen, die hieran in irgendeiner Form mitgewirkt haben, sprach Pfarrer Dittmer im Namen des Kirchenvorstandes – aber auch im Namen der Kirchenleitung - ein herzliches Dankeschön aus.

Der Jahresbericht von Pfarrer Dittmer offenbarte aber auch seine großen Sorgen. Wieso haben wir in unserer Gemeinde eine so hohe Zahl an Gemeindegliedern, die nicht mehr zum Gottesdienst kommen, nicht am HL. Abendmahl teilnehmen, sich nicht an den Finanzen beteiligen und auch nicht für eine gemeindliche Mitarbeit gewonnen werden können?

Es stimmt ihn auch immer wieder sehr nachdenklich, dass bei Abendmahlsgottesdiensten viele unmittelbar nach dem Fürbittengebet die Kirche verlassen. Haben sie selbst am Sonntag keine Zeit mehr? Ist es mangelndes Interesse, mit den anderen das HL. Abendmahl zu feiern?

Wieso nehmen 1/3 der Abendmahlsberechtigten nicht am HL. Abendmahl teil? Wissen sie nicht um das große Wunder und die Gnade Gottes, dass der HERR leibhaftig zu uns kommt unter Brot und Wein mit seinem wahren Leib und Blut? Warum schlagen sie das Angebot aus, wenn Jesus Christus ruft: „Kommt, denn es ist alles bereit“?

Wieso haben wir so viele Null- und Niedrigzahler, die zum Teil schon seit Jahren keinen oder nur einen sehr geringen Kirchenbeitrag entrichten? Wieso halten sich so viele Gemeindeglieder hinsichtlich einer aktiven Mitarbeit in der Gemeinde zurück? Müssen sie denn immer unmittelbar angesprochen werden? Jeder Christ hat verschiedene Gaben und Begabungen von Gott bekommen, die er nach göttlichem Willen zum Nutzen und zum Aufbau der Kirche Gottes einsetzen soll.

Es sind viele Fragen, die Pfarrer Dittmer sehr nachdenklich stimmen und für die er gemeinsam mit dem Vorstand in diesem Jahr versuchen will, Lösungen zu finden und in die Tat umzusetzen. Daher hat er persönlich es sich zum Ziel gesetzt, jede Woche ein Gemeindeglied zu besuchen, das derzeit die Bindung an unsere Kirche verloren hat, in den Gottesdiensten nicht oder nur sehr selten zu sehen ist und auch zur Sicherung unserer Finanzen kaum oder gar nicht beiträgt.

Mit dem Lied ELKG 218 „Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit“  beendete Pfarrer Dittmer seinen Rückblick auf 2009.

Sein anschließender Ausblick auf das neue Jahr 2010 beinhaltete den Regionalkirchentag im September, für den wir Steedener die logistische Verantwortung übernommen haben, und das Chorwochenende im Oktober, mit dem das 65-jährige Gründungsjubiläum unseres Kirchenchores gefeiert wird.

Über beide Ereignisse wird in den folgenden Gemeindebriefen noch umfangreich informiert werden.

„Glaubt an Gott und glaubt an mich“. Mit dieser Losung des Jahres 2010 beendete Pfarrer Dittmer seine Ausführungen und ermutigte zugleich alle Gemeindeglieder, auch das neue Jahr ganz im Vertrauen auf Gott den HERRN anzugehen und in diesem Vertrauen mit ihm neue Wege zu beschreiten.

 

Die Finanzen

Unsere Rendantin Christa Hoffmann hatte alle Zahlungsbewegungen des letzten Jahres verbucht und in einem abschließenden Kassenbericht zusammengefasst, der an diesem Morgen verteilt und besprochen wurde. Wie Christa Hoffmann mitteilte, ist es uns auch im vergangenen Jahr mit Gottes Hilfe wieder gelungen, die verbindlichen Zahlungszusagen an die AKK und BZK zu erfüllen und das Haushaltsjahr 2009 nahezu ausgeglichen abzuschließen.

Besprochen wurde auch die Baukasse, die gegenüber dem Vorjahr ein geringfügiges Minus hinnehmen musste. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass wir ein neues Vordach am hinteren Ausgang des alten Gemeindesaales haben anbringen lassen und die ersten Vorbereitungen für die anstehenden baulichen Maßnahmen im Gemeindehaus zu bezahlen waren.

Diese doch sehr detaillierte Betrachtung und Würdigung unserer Finanzen fand ihren Abschluss mit dem Bericht der Kassenprüfer Jens Conrad und Elmar Wengenroth, die unserer Rendantin nicht nur eine ordnungsgemäße Verwaltung der Finanzen bescheinigten, sondern auch eine große Anerkennung für die damit verbundene umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabe aussprachen.

Entsprechend diesem Bericht wurde sowohl der Rendantin als auch dem Vorstand die Entlastung durch die Gemeinde erteilt.

Die im Jahr 2010 fälligen Zahlungen an die AKK und BZK wurden bereits im letzten Jahr durch die Gemeinde beschlossen und auch der Kirchenleitung verbindlich zugesagt, so dass es hierüber keiner weiteren Beratung und Abstimmung mehr bedurfte. Diese Zahlungsverpflichtungen belaufen sich auf insgesamt 91.950 €.

Einer Zustimmung bedurften jedoch die Zahlungen an die Mission und für die „Ausbildung schwarzer Pastoren“ in Höhe von insgesamt 3.000 €, die ohne Enthaltungen und ohne Gegenstimmen auch erteilt wurde.

Damit der Haushaltsplan der SELK für das Jahr 2011 auf eine zuverlässige finanzielle Basis gestellt werden kann, bedarf es verbindlicher Zusagen aus den Kirchenbezirken und verbunden damit natürlich auch aus den Kirchengemeinden über die Gelder, die 2011 zur Verfügung gestellt werden können.

Von dem geschätzten Gesamtbedarf der SELK für das Jahr 2011 – er beläuft sich derzeit auf über 8 Millionen € – sollten durch unsere Kirchengemeinde 92.410 € für die AKK (Allgemeine Kirchenkasse) und darüber hinaus weitere 1.000 € für die BZK (Bezirkskasse) aufgebracht werden. Diese nach dem Prognoseverfahren durch den Bezirksbeirat ermittelten Zahlen fanden, auf Vorschlag des Kirchenvorstandes, die Zustimmung der Anwesenden, so dass Pfarrer Dittmer nun die verbindliche Zahlungszusage an den Bezirksbeirat machen kann.

 

Bezirkssynode 2010

Für die am 23. und 24. April in Bechtheim und Oberursel stattfindende Synode unseres Kirchenbezirks Hessen –Süd wurden Thomas Schneider als Delegierter und Diane Richter als dessen Vertreterin gewählt.( H. K.)

 

Die Beitragszahlungen des Jahres 2009

„Die Kirchenbeiträge des letzten Jahres betrugen 103.882 €“, so berichtete unsere Rendantin Christa Hoffmann in der Gemeindeversammlung Mitte Februar. Ein stolzer Betrag, für den der Kirchenvorstand noch einmal ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön aussprechen möchte.

Und dennoch bereitet uns dieses Beitragsaufkommen im Kirchenvorstand einige Sorgen, denn eine nähere Betrachtung verdeutlicht sehr schnell, was uns schon seit Jahren belastet: 91 von insgesamt 309 an sich beitragspflichtigen Gemeindegliedern haben im Jahr 2009 keinen Kirchenbeitrag entrichtet!

Mehr als die Hälfte aller Gemeindeglieder hat keinen oder lediglich einen Jahresbeitrag von maximal 150 € entrichtet. Wenn man bedenkt, dass zur Deckung der von uns fest zugesagten AKK- und BZK- Beiträge ein durchschnittlicher Jahresbeitrag von lediglich 253,00 € erforderlich wäre - wenn sich alle gleichermaßen beteiligen würden - dann stimmt es schon nachdenklich, dass noch nicht einmal dieser Betrag von 63 % aller Gemeindeglieder erreicht wird.

Dies bedeutet für die verbleibenden 37 % natürlich eine erhebliche Mehrbelastung, denn es gilt ja nicht nur diese Beiträge für die Allgemeine Kirchenkasse in Hannover aufzubringen, sondern auch die Gelder, die wir für unsere Kirche, die Gebäude und Gottesdienste in Steeden benötigen.

Betrachtet man die Altersstruktur, ergibt sich ebenfalls ein entmutigendes Ergebnis: Im Alter von 20 bis 40 Jahren haben sich von 89 Gemeindegliedern 38 nicht an der Sicherung unserer Finanzen beteiligt. Aber auch die Generation der 50- bis 60- Jährigen hat mit 30 % einen erschreckend hohen Anteil an Nichtzahlern.

Derzeit können diese fehlenden Gelder noch kompensiert werden durch einige außergewöhnlich hohe Beitragszahlungen, die insbesondere unter unseren ältesten Gemeindegliedern zu finden sind. Wird dies immer so bleiben? Woran mag diese schlechte Zahlungsmoral liegen? Sind es eigene finanzielle Sorgen

und Ängste? Ist es mangelndes Interesse an der Kirche? Oder ist es einfach nur Sorglosigkeit?

Es sind viele Fragen, auf die wir in den Vorstandssitzungen immer wieder nach Antworten und Lösungen suchen. Vorrangiges Ziel wird es immer sein und bleiben, mit der Hilfe Gottes diese Restanten wieder für die Kirche und die gute, frohe Botschaft des Glaubens zu gewinnen. (H. K.)

 

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